GESCHICHTE DES DORFES

Die Ursprünge des Dorfes Crillon le Brave lassen sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen, als der Ort unter dem Namen Crillonium bekannt war. Die neuere Geschichte des Dorfes reicht zurück bis ins 14. Jahrhundert, als eine der führenden Herrscherfamilien Avignons das Lehensrecht am Dorf erwarb. Bis zur Französischen Revolution wurde Crillon von zahlreichen verschiedenen Herzögen regiert. Seinen Namen verdankt das Dorf jedoch dem legendärsten unter ihnen: Herzog „Le Brave Crillon“ (1541-1615). Unter König Heinrich IV. kämpfte er als einer der leidenschaftlichsten Generäle in den Hugenottenkriegen, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in ganz Frankreich tobten. Auch der Name des berühmten Hôtel Crillon auf dem Place de la Concorde in Paris geht zurück auf die Familie Crillon.

Bis ins späte 19. Jahrhundert war Crillon le Brave eine lebendige und florierende Gemeinde mit über 500 Einwohnern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann für das einst mächtige und befestigte Dorf jedoch eine lange Ära des langsamen Verfalls, während der viele junge Crillonen das Dorf aufgrund der Missstände, insbesondere der mangelnden Wasserversorgung, verließen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort in Schutt und Asche und war weitgehend ausgestorben. In den frühen 1970er Jahren begannen die neuen Eigentümer der Gebäude jedoch, den übrig gebliebenen Ruinen nach und nach neues Leben einzuhauchen, so dass das Dorf heute – unter der Leitung des Gemeinderats – allmählich seinen einstigen Charme und den Reichtum vergangener Zeiten zurückerlangt. Wie die meisten Häuser, die die Kirche im alten Teil des Dorfes umgeben, stammen auch die Häuser, die das Herz des Hotels bilden, aus dem 16. Und 17. Jahrhundert. Das große Haus, in dem sich heute die Aufenthaltsräume, die Bar und das Restaurant befinden, war ursprünglich das Pfarrhaus, in dem der Pfarrer des Dorfes lebte und in dem sich auch die Dorfschule befand. Die älteren Menschen aus der Nachbarschaft erinnern sich noch an die Geschichten, die ihre Eltern ihnen über ihre Schulzeit in dem Gebäude erzählten, in dem heute Gäste aus der ganzen Welt willkommen geheißen werden.

Die Kirche des Dorfes befindet sich bereits seit dem 13. Jahrhundert an diesem Platz; von dem ursprünglichen Sakralbau und dem angrenzenden Friedhof gibt es heute jedoch keine Spuren mehr. Die heutige Kirche wurde erst 1844 errichtet. Der Innenraum der Kirche ist schlicht aber ansprechend gestaltet. Die Kirche hat zwar lediglich ein paar hervorzuhebende Besonderheiten zu bieten; erwähnenswert sind jedoch der sehenswerte Holzschnitzaltar sowie ein Beichtstuhl aus dem 18. Jahrhundert. Außerdem erinnert eine große Gedenktafel in der Kirche an den berühmten Namensgeber des Dorfes, Le Brave Crillon.

König Heinrich IV. von Frankreich hatte ihn einst “den größten General der Welt” genannt und auf seiner Grabinschrift liest man “Heinrich IV. liebte ihn, das Volk trauert um ihn”. Dies sind großartige Ehrbezeugungen für einen Mann, der in seiner Jugend als unangenehmer Zeitgenosse mit kriegerischem Wesen galt. Zum Zeitpunkt seines Todes im Alter von 74 Jahren, hatte sich Louis de Berton Balbe jedoch als berühmter General einen Namen gemacht und sich den Zusatz Le Brave Crillon wahrlich verdient.

Louis de Berton Balbe wurde 1541 in dem kleinen Dorf Murs, rund 30 km südöstlich von Crillon le Brave, geboren. Er wuchs mit seiner Familie in Avignon auf; im Alter von etwa 15 Jahren (etwa zu der Zeit, als sein Vater Crillon als Lehen erwarb) flüchtete er jedoch in den Krieg, um seiner Bestrafung für die Ermordung eines Rivalen zu entkommen. Er erwies sich als tapferer Krieger und diente fortan unter fünf Königen in Kriegen in Frankreich, Spanien und Italien.

Nach dem Tod Heinrich III. im Jahr 1589 sicherte Crillon dem protestantischen König Heinrich IV. seine Loyalität zu. Er diente Heinrich IV. mit großer Ergebenheit und wurde nicht nur als tapferer Krieger berühmt, sondern auch als ein Mann großer Leidenschaft und Großzügigkeit. Nach dem Frieden von Vervins kehrte er in seine Heimat zurück, wo er von seinen Landsleuten in Avignon enthusiastisch gefeiert wurde. Ein Geschichtsschreiber seiner Zeit erwähnt, dass die Dächer der Häuser unter der Last der Menschenmassen, die begierig darauf waren, einen Blick auf den zurückkehrendene Helden zu erhaschen, schier zusammensackten.

Crillons bedeutender Gönner und Schutzherr, Heinrich IV., wurde im Jahr 1610 ermordet und ließ seinen treuen Soldaten untröstlich zurück. Dieser selbst starb nur fünf Jahre später als unglücklicher Mann, deren letzte Lebensjahre von Krankheit gezeichnet waren. Der Leichnam von Le Brave Crillon wurde in La Métropole, der Cathédrale Notre-Dame des Doms d’Avignon, beigesetzt.